Gedruckte Ausgabe

1539 n. Chr.

 

GROSSE BIBE

Der Hauptgeistliche von Englands König Heinrich VIII. - Thomas Cromwell - beauftragte den Klerus mit der Anfertigung englischer Bibeln in größtmöglichem Umfang und ihre Platzierung in jeder Kirche, so dass die Menschen Zugang zu ihr hätten und sie lesen könnten.

Angekettete Bibel

Ganz unten auf einer Seite standen folgende Worte geschrieben: "Diese Bibel ist zum Gebrauch der Kirche bestimmt". Schon allein ihre Maße machten sie zu einer "Großen Bibel". Aufgrund ihrer öffentlichen Ausstellung wurde sie häufig mit einer Kette am Pult befestigt. Zum ersten Mal erschien sie im Jahr 1539 als gedruckte Ausgabe. Sie ist nach wie vor eine der schönsten gedruckten englischen Bibeln. Cromwell wandte sich mit der Bitte an seinen Freund, Erzbischof Thomas Cranmer, dass dieser Miles Coverdale mit der nächsten Übersetzung beauftrage, die eine Revision der Großen Bibel darstellen sollte. Coverdale machte sich unverzüglich an die Arbeit und bediente sich dabei der Matthew-Bibel. Im Jahr 1539 begann man in Paris mit dem Druck. Dieser wurde allerdings schnell durch die französische Inquisition beendet. Anstatt sie zu verbrennen, beschloss man, die beschlagnahmten Seiten als Makulatur zu verkaufen. Es gelang Thomas Cromwell, die Bibelseiten zu kaufen und zurück nach England zu bringen, wo die Arbeit mit Hilfe der Drucker Grafton und Whitchurch fortgesetzt werden konnte.

Gerettete Bibelseiten

Die erste Auflage wurde mit 2.500 Stück im Jahr 1539 fertiggestellt. Alle Exemplare waren nach einigen Wochen vergriffen. Die zweite, größere Auflage wurde im Jahr 1540 abgeschlossen. Die Einleitung dazu schrieb Thomas Cranmer, der darin die tägliche Lektüre der Heiligen Schrift empfahl. Aus diesem Grund wird die zweite Auflage manchmal als "Cranmer-Bibel" bezeichnet. Ihre öffentliche Ausstellung weckte in den Menschen das Verlangen, ein eigenes Exemplar von Gottes Wort zu besitzen. Dies stellte den Beginn einer Serie von Erneuerungen und weiteren Bibelausgaben dar. Heinrich VIII. genehmigte ihren Druck, doch nach seinem Tod und der Thronübernahme durch Maria I. Tudor wurde der Erzbischof Thomas Cranmer zum Tode verurteilt. Ähnlich wie zuvor John Rogers endete Cranmers Leben auf dem Scheiterhaufen.

STATT DER BIBLIOGRAPHIE:

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