Gedruckte Ausgabe

1533 n. Chr.

 

TEXTUS RECEPTUS

Der Textus Receptus stellte die Grundlage für verschiedene Übersetzungen des Neuen Testaments aus den Originalsprachen dar. Er basierte auf den Handschriften der byzantinischen Texttradition.

Das griechische Neue Testament

Man begegnet häufig einer Gleichsetzung des Textus Receptus mit der griechischen Ausgabe des Neuen Testaments von Erasmus. Dagegen wurde die Bezeichnung "Textus Receptus" durch das Vorwort der Ausgabe von Elzevir aus dem Jahr 1633 geprägt, in dem es hieß: "Textum ergo habes, nunc ab omnibus receptum, in quo nihil immutatum aut corruptum damus" ("du erhältst also den Text, der nun von allen empfangen wurde, in dem nichts verändert oder verfälscht ist"). Der Begriff "Textus Receptus" bedeutet "angenommener Text". Auf diese Weise entstand ein Standard für den griechischen Text des Neuen Testaments, der bis zum 19. Jahrhundert in Europa dominierte. Robert Stephanus verglich die griechische Übersetzung von Erasmus mit dem Text der Polyglotte, die in Alcalá herausgegeben worden war, und mit 15 anderen Handschriften. Auf dieser Grundlage veröffentlichte er vier Ausgaben des griechischen Neuen Testaments.

Estienne

Stephanus führte kleine Verbesserungen in den Text von Erasmus ein. Im Lukasevangelium fügte er in Kapitel 17 den Vers 36 hinzu, den es in Erasmus' Ausgabe nicht gab, der jedoch im Codex Bezae und einigen anderen späteren Handschriften auftaucht. Die Übersetzung von Stephanus wurde mehrfach neu aufgelegt. Sie wurde neunmal von Théodore de Beze herausgegeben, was bedeutend zur Beliebtheit des Textes beitrug. Die dritte dieser Ausgaben wurde bei der Übersetzung der King-James-Bibel genutzt. Im 17. Jahrhundert legten Bonaventura und Abraham Elzevir aus Leiden die erste Ausgabe von Théodore de Beze siebenmal neu auf. Auf den griechischen Editionen des Neuen Testaments, die später Textus Receptus genannt wurden, basierten auch polnische Übersetzungen wie die Brester-Bibel und die Danziger Bibel.

STATT BIBLIOGRAPHIE:

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