Gedruckte Ausgabe

1572 n. Chr.

 

NJASWISCH-BIBEL

Diese Bibel ist eine weitere polnische Übersetzung, die unmittelbar aus den Originalsprachen vorgenommen wurde. Ihr Autor ist der hervorragende Theologe und Sprachwissenschaftler aus der Bewegung der polnischen Brüder - Szymon Budny. Er war Adeliger einer russisch-orthodoxen Familie aus der Gegend von Podlasien und wuchs an einem Adelshof der Familie Chodkiewicz auf.

Szymon Budny

Budny studierte an der Jagiellonen-Universität in Krakau, aber auch in Italien und der Schweiz, wo er auf das Gedankengut von Miguel Servet traf. Er sprach fließend Weißrussisch, Polnisch, Tschechisch, Lateinisch, Hebräisch, Italienisch und Griechisch. Nach der Rückkehr nach Polen siedelte er sich am Hof von Fürst Mikołaj Radziwiłł Czarny in Kletsk an, wo ihm das Pastorenamt anvertraut wurde. Anfänglich war er mit dem Calvinismus verbunden, wandte sich später allerdings dem Antitrinitarismus zu, wofür er aus der Kirche ausgeschlossen wurde und das Pastorenamt niederlegen musste. Seine Bibelübersetzung nahm er in Njaswisch vor, woher auch ihre umgangssprachliche Bezeichnung kommt. Szymon Budny bemühte sich, die Gedanken des hebräischen und griechischen Originals wiederzugeben, was im Blick auf ersteres eine besonders schwierige Aufgabe darstellte. Aus diesem Grund führte er in seine Übersetzung zahlreiche Neologismen und Hebraismen ein, die es dem Leser erlaubten, das Original besser zu verstehen. Die Njaswisch-Bibel wurde auch von Juden gelesen.

Der hervorragendste Hebraist des 16. Jahrhunderts

Für Budny war es unmöglich, die Idee des Neuen Testaments zu erfassen, ohne das hebräische Gedankengut und die hebräische Kultur in seiner Tiefe zu verstehen. Er war kein durchschnittlicher Mensch. Und sein unkonventioneller Sinn machte ihm viele Feinde, sowohl unter den Calvinisten als auch unter den polnischen Brüdern. Im Jahr 1572 erschien die Njaswisch-Bibel nach langanhaltenden Kämpfen mit den Verlegern schließlich in gedruckter Form. Sie wurde sofort zu einer Konkurrenz für die Brester Bibel, der Budny ein mangelndes Verständnis der hebräischen Quellen vorwarf. Er selbst distanzierte sich allerdings von seinem Werk und schrieb den Verlegern eine übermäßige Zensur und einen zu großen Eingriff in den Text vor. Der zeitgenössische Historiker Norman Davies nannte Szymon Budny den "hervorragendsten Hebraisten des 16. Jahrhunderts".

STATT BIBLIOGRAPHIE:

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